Achtsames Lesen

von Theresa Ungerböck

Foto: Unsplash

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Mit diesen 5 Tipps macht Lesen wieder Spaß.

In einer Zeit wie dieser, in der es ganz oft darum geht, möglichst viele Informationen in möglichst kurzer Zeit aufzunehmen, ist es oft sehr schwer sich auf eine Sache zu konzentrieren. Auch das Lesen ist von dieser Schnelllebigkeit betroffen. Man lernt Speedreading-Techniken und überfliegt Texte, um vor der nächsten hereinkommenden Email oder dem nächsten “Ping” des Handys noch eine ganze Seite fertig zu bekommen.  

Wann hat Lesen aufgehört Spaß zu machen? 

Als Kind hab ich es immer besonders genossen, wenn sich jemand Zeit genommen hat, mit mir ein Buch zu lesen. Vorlesen und das gemeinsame Auseinandersetzen mit einem Thema oder einer Geschichte war fast so etwas wie eine Belohnung. Heute ist lesen für mich manchmal nur eine gewisse Bürde, die zum allgemeinen Stress des Alltags beiträgt.  

Aber das muss es nicht sein. Lesen hat die Kraft uns in eine andere Welt zu zaubern, uns auf neue Ideen zu bringen und unsere Perspektive zu beeinflussen. Um diese Prozesse zu ermöglichen muss es aber mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit passieren.  

Achtsamkeit - was ist das?

Achtsamkeit ist ein Begriff, der einiges in sich zusammenfasst. Es geht dabei meistens darum präsent und im gegenwärtigen Moment zu sein, ohne diesen zu ver- oder beurteilen. Im Zusammenhang damit, geht es auch oft um die inneren, emotionalen Wahrnehmungen, zu diesem ganz bestimmten Moment. Wer sich wirklich in einem Buch oder Artikel verlieren kann, der ist so zu sagen im Flow und nimmt seine Umwelt oft nicht mehr so intensiv war. Um so intensiver kann man jedoch die eigenen Gedanken und Reaktionen auf das Gelesene wahrnehmen. Beim achtsamen Lesen geht es also vor allem darum, mit dem Bewusstsein im Moment zu sein und möglichst klar wahrzunehmen, wie man selbst auf das Gelesene reagiert. 

5 Tipps zum Achtsamen Lesen

1. Atmosphäre schaffen 

Welche Umgebung fördert Deine Konzentration beim Lesen? Liest Du vor dem Einschlafen ein paar Seiten im Bett? Ich selbst bin eine passionierte U-Bahn- und Busleserin, aber wenn es ums achtsame und bewusste Lesen geht, dann wäre vielleicht eine andere Umgebung produktiver. Das kann, mit den richtigen Vorkehrungen von der Yogamatte zum Kaffeehaus bis hin zur Badewanne alles sein. Wichtig ist dabei, dass Du für Dich eine Umgebung findest, die Dich nicht zu sehr ablenkt, aber deinen Fokus auf dem Moment verwahren lässt. Vielleicht hilft Dir dabei eine Playlist, die Dich in die richtige Stimmung bringt, eine Tasse von Deinem Lieblingstee oder eine Duftkerze am Tisch. Finde für dich selbst Rituale, die Dein Lesen positiv unterstützen.

2. Ablenkungen ausschalten 

Social Media und Co. können das Leseerlebnis drastisch verschlechtern. Ich ertappe mich manchmal selbst dabei, wie das Aufleuchten des Handyscreens meine Gedankengänge unterbricht und mich immer wieder Sätze öfters lesen lässt. Wie sehr Du Dich für eine gewisse Zeit unerreichbar machen kannst, ist natürlich ganz Dir selbst überlassen, kann aber hin und wieder sehr entspannend und befreiend wirken. 

3. Lesen ohne Ziel

Meistens, wenn wir lesen, dann darum um ein Buch oder einen Artikel fertig zu lesen, um es weglegen zu können und ein mentales Häckchen zu setzen. Es kann jedoch zu einem völlig neuen Lesegefühl führen, einfach mal drauf los zu lesen. Wer sich auf den Augenblick und die Gegenwart konzentriert, muss nämlich gar nicht darüber nachdenken, was danach kommt, oder ob das Buch dann ausgelesen ist oder nicht. 

4. Reflektieren zulassen

Anknüpfend an den vorigen Punkt, kannst Du, wenn Du ohne Ziel liest, nämlich einfach zulassen, deine Gedanken abschweifen zu lassen. Wenn Dich das Gelesene inspiriert oder deine Gedanken anregt, dann geh ihnen doch einfach mal nach und schau, wo sie Dich hinführen. Kleine Notiz am Rande: Wenn sie Dich zu Deiner Einkaufs- oder To-Do-Liste führen, dann hast Du es möglicherweise nicht ganz geschafft, im Augenblick zu bleiben und solltest Dich noch ein bisschen mehr mit dem Punkt 2 beschäftigen.

5. Literaturauswahl

Gelesen kann alles werden. Von einem spannenden Roman, über ein interessantes Sachbuch bis hin zu einer Zeitschrift, kann man mit allem Achtsames Lesen betreiben. Wenn es zu spannend ist, besteht jedoch Gefahr, dass Du gar nicht mehr aufhören kannst. Falls Du mit dem Konzept des Achtsamen Lesens noch nicht so viel anfangen kannst, würde ich Dir raten, mit einer Zeitschrift, oder einzelnen Artikeln zu beginnen. Vielleicht findest Du was im Flow Magazin (http://www.flow-magazin.de/). Wir empfehlen den Artikel „Body Beautiful“, den wir bei unserem RE:READ Event zum Thema "Yoga und Schönheitsideale“ am Samstag 11. März im RE:TREAT besprechen. 

Giulia Tamiazzo