All about Karma...

von Theresa Ungerböck

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Wie Yoga unsere Balance auch außerhalb der Matte herstellt.

Viele von uns verbinden mit dem Begriff “Yoga” vor allem das Schwitzen oder Dehnen auf der Matte. Vielleicht auch die Atemübungen oder die Meditation, die manchmal in Yogaklassen einfließen. Manche von uns wissen, dass hinter Yoga so etwas wie traditionelle Wurzeln stehen, die irgendwas mit Hindus oder Buddha zu tun haben. Aber nur wenige beschäftigen sich damit, wie relevant diese yogischen Prinzipien auch in der heutigen Zeit sind und wie sie umgesetzt werden können. Im heutigen Beitrag möchte ich Dir ein paar Einblicke in die Wurzeln des Konzept des Karmas geben. 

Karma in den östlichen Religionen

In unserer Gesellschaft wird der Begriff  Karma häufig im Kontext mit Aussagen wie, “Kleine Sünden bestraft Gott sofort!” oder “Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!" verwendet. Um auf die Wurzeln des Begriffs zurück zu kommen, muss man sich allerdings mit dem Buddhismus bzw. dem Hinduismus beschäftigen. 

In diesen Traditionen ist Karma ein Konzept, dass man ein bisschen mit einem Bankkonto vergleichen kann. Es geht darum, dass man im Laufe seines Lebens gutes sowie schlechtes Karma sammeln kann. Man zahlt also auf ein Konto ein und hebt auch wieder davon ab. Was am Ende dabei raus kommt, ist ein Plus oder ein Minus, dass in den östlichen Religionen, im Glauben an eine Wiedergeburt in einer dementsprechend besseren oder schlechteren Lebenssituation resultiert. 

Der Glaube an Samsara, also diesen Kreislauf der Wiedergeburt, sowie die Bemühung ihn zu überwinden, ist ein Konzept, dass auf die Eigenverantwortung des Menschen für seine eigenen Taten zurückzuführen ist. 

Karma Yoga

In der philosophischen Tradition des Yoga werden vier Wege genannt, die einen zu Moksha (der “Erleuchtung”) führen können. Während unsere physische Praxis, sowie Atemübungen und Meditation, Teil des Raja Yogas sind, welches einen dieser Wege darstellt, ist Karma Yoga ein anderer Weg, den ein Mensch gehen kann.  

Karma Yoga, kommt von dem Sanskrit-Wort “kri”, welches Handlung bedeutet und wird auch als das Yoga der Tat bezeichnet. Hierbei geht es vor allem um selbstloses Handeln, für welches man sich keine bestimmten Ergebnisse oder Rückmeldungen erwartet.  

Foto: Unsplash

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Nein, Du musst nicht die Hälfte Deines Einkommens spenden!

Jetzt haben wir uns mit den Wurzeln und den religiösen Hintergründen beschäftigt, aber welche Bedeutung kann das Konzept des Karma eigentlich für das Leben von jedem von uns haben?  

Ich vermute, dass die meisten von Euch, die immer wieder auf ihre Matte kommen, positive Effekte für sich selbst entdeckt haben. Es macht uns zu stärkeren, flexibleren, fitteren, gesünderen oder ausgeglicheneren Menschen. Was uns oft weniger bewusst ist: die Tatsache, dass all diese Dinge, die wir selbst aus unserer Yogapraxis gewinnen können, vielleicht auch ein Gewinn für unsere Umwelt und die Menschen in unserer Umgebung sind. Wer freut sich nicht über eine ausgeglichene Mama, die ihre Kinder am Abend ins Bett bringt. Oder über eine entspannte Lehrerin, die den Schülern die Hausübung erklärt. Oder über einen zufriedenen Chef, der klar aber wertschätzend mit seinen Mitarbeitern kommuniziert. Oder über einen gut gelaunten Kassier im Supermarkt, der den Kunden einen schönen Tag wünscht?!  

Yoga ist also nicht unbedingt etwas egoistisches, dass wir nur für uns selbst tun, sondern auch eine Wohltat für die Menschen, die uns im täglichen Leben begegnen. Wenn Du es mal ein paar Tage nicht auf deine Matte schaffst und keine Zeit für eine ausgeprägte Asana-Praxis findest, vielleicht ist Karma-Yoga eine gute Möglichkeit, um trotzdem ein Yogi zu sein und zu praktizieren.   

Du kannst Dich selbst immer wieder daran erinnern, dass du Karma Yoga praktizierst und ohne Erwartungen Gutes tust, was nicht bedeutet, dass Du Deine Energie verschenkst und nie Deine Meinung sagst, aber was bedeuten kann, dass Du hin und wieder ganz bewusst darüber nachdenkst, ob Du in diesem Moment nicht etwas gutes tun kannst, dass Dir vielleicht gar nicht viel kostet und einem anderen Menschen Freude oder Unterstützung gibt. 

Geschenke

Und weil auch wir Dir etwas Gutes tun wollen, haben wir ein Wallpaper für Deinen Laptop (einfach drauf klicken, speichern und als Hintergrundbild installieren) gebastelt –  ein kleiner Reminder, um positive Handlungen zu setzen, auch wenn man nicht immer etwas dafür zurück bekommt. 

Theresa Ungerböck