Gesund und ausgeglichen durch den Herbst mit Ayurveda

VON THERESA UNGERBÖCK

Foto: Mila Young/Unsplash

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Der Herbst ist die Zeit der Veränderung. Die Bäume färben ihre Blätter, die Temperaturen sinken immer weiter. Der kühle Wind und die kürzeren Tage lassen uns manchmal etwas leer fühlen. 

Der Herbst bietet aber auch Chancen: Wir können uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren und uns an der Einfachheit der Welt erfreuen. Das Element Luft ist sehr präsent und im Ayurveda erkennen wir eine klare Dominanz des Vata Doshas (Dosha=Konstitutionstyp). Weil der Herbst eine Vata Jahreszeit ist, ist es sinnvoll, mit einfachen Schritten das Vata ein wenig auszugleichen.

Was ist Vata? 

Im Ayurveda gibt es drei Doshas, die den Menschen unterschiedliche Qualitäten auf verschiedenen Ebenen geben. Für den Vata und damit den Herbst typische Prädikate sind: kalt, trocken, unregelmäßig, rau, bewegend, schnell, veränderlich. 

Ein dominanter Vata unterstützt Veränderung und Bewegung, kann also energetisch und kreativ sein. Wenn Vata aber die Balance verliert, kann er Panik, Stress und Schlaflosigkeit hervorrufen.

Vata Ernährung

Unsere Ernährung beeinflusst unsere Balance in der Vata Saison stark. Als passende Grundlage für die Vata-Ernährung empfehlen sich nährstoffreiche, ölige, wärmende Nahrungsmittel, mit hohem Fett- und Proteingehalt. Starke Geschmäcker – ob scharf, süß, sauer oder salzig – regen die Geschmacksnerven an und aktvieren so den Körper. Gekochtes Gemüse, cremige Getreidesorten (Oatmeal, Milchreis etc.), Suppen oder Eintöpfe sind hier genau richtig. Man kann also im Herbst dem Ruf des Körpers nach mehr Nährstoffen ohne schlechten Gewissens nachgeben.

Bewegung und Sport

Auch eine tägliche Routine kann den Vata kraftvoll unterstützen. Es ist förderlich, die selben Tätigkeiten jeden Tag zur ungefähr selben Zeit auszuführen. Ebenso gut: Frühes Aufstehen und bewusste Ruhezeiten (Meditation, bewusste Pausen etc.). Die beste Zeit für körperliche Bewegung ist entweder früh am Morgen (6–10 Uhr) oder abends (18–22 Uhr). 

In der Vata Zeit ist es besser, sich mit langsamen, statischen Formen der Kräftigung zu begnügen. Zum Beispiel: Gehen, Wandern, Schwimmen, Yoga oder Tai Chi. Der Energieaufwand sollte 50–70 % der Leistungsfähigkeit nicht übersteigen – am besten kann man die ganze Zeit locker durch die Nase atmen.

Yoga

Vata mag im Yoga alles, was erdet und beruhigt. Zum Beispiel: Pranayamas wie die alternierende Nasenloch-Atmung. Das Vata braucht langsames Aufwärmen der Muskeln und Gelenke sowie bewusste und fließende Bewegungen durch die gesamte Praxis. Stehende Balance-Positionen sowie Asanas, bei denen Hände und Füße die Matte berühren, verstärken den erdenden Effekt. Sprünge und schnelle, intensive Bewegungsabfolgen sollten eher vermieden werden. Besonders wichtig für Vata ist das Savasana, also die Endentspannung jeder Yogaeinheit.