Einfach mal meditieren

von Theresa Ungerböck

Foto:Unsplash

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Als ich mit Yoga begonnen habe und mir Leute davon erzählt haben, dass sie täglich mindestens eine halbe Stunde meditieren, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das gehen soll und vor allem was das bringen soll. Als quirliger und aufgeweckter Mensch waren schon die paar Minuten, die wir am Ende der Yogaklasse im Liegen verbracht haben eine große Herausforderung und die immer wieder kehrenden Gedanken bzw. die To-Do-Liste für den nächsten Tag waren ein fixer Bestandteil meines Savasanas. Obwohl ich mittlerweile an einem ganz anderen Punkt angelangt bin und eine regelmäßige Meditationspraxis habe, die mich so gut wie jeden Tag auf meiner Matte sitzen lässt, hab ich immer noch Tage, an denen die alt bekannte To-Do-Liste wieder auftaucht und meine Gedanken so gar nicht bei meiner Atmung bleiben wollen.

Gedanken sind auch überall dort, wo sie eigentlich nicht hin sollen. 

Vor kurzem habe ich eine Geschichte gehört, über einen Schüler, der zu seinem Guru kommt und ihm erzählt, dass das Meditieren gerade gar nicht funktioniert. Er weiß nicht wie er sitzen soll, die Füße schlafen ihm ständig ein und seine Gedanken sind auch überall dort, wo sie eigentlich nicht hin sollen. Der Guru, schaut den Schüler einen Moment lang an und sagt ihm dann: „Übe einfach weiter und setz dich jeden Tag wieder hin. Das wird vergehen.“ 

Ein paar Wochen später, kommt der Schüler wieder zu seinem Guru und ist total euphorisch, weil seine Meditationspraxis gerade so gut läuft wie noch nie. Er ist super konzentriert und kann ewig sitzen und es kommt ihm nur wie ein paar Minuten vor. Der Guru, nimmt sich wieder einen Moment Zeit und sagt dann: „Übe einfach weiter und setz dich jeden Tag wieder hin. Denn auch das wird vergehen.“

Meditation als Weg

Meditieren kann also als ein Weg gesehen werden, der sich immer wieder verändert und dessen Ziel es gar nicht unbedingt ist, irgendwo anzukommen, sondern eher immer weiter auf ihm zu gehen. Jeder kann meditieren oder zumindest sein Bestes versuchen. Und um zu meditieren musst Du keiner bestimmten Religion angehören oder eine komplizierte Technik lernen.

Immer öfter belegt auch die Wissenschaft, dass Meditation bei allen möglichen Krankheiten oder Wehwehchen heilende und gesundheitsfördernde Wirkung hat. So hilft sie zum Beispiel gegen Angststörungen und Depression, kann unseren Schlaf verbessern und mehr Energie geben. Meditation kann beim Stressabbau helfen und den Stoffwechsel anregen, so wie andere hormonelle Gleichgewichtsstörungen ausgleichen. Nein, Meditation hilft nicht von einer Minute auf die andere. Sie hilft auch nicht gegen alles. Doch sie kann langfristig glücklicher machen und deshalb lohnt es sich durchaus, es auszuprobieren. Du kannst dich zum Beispiel einfach mal in Ruhe gemütlich auf einen Polster oder eine Decke setzen, Deine Augen schließen und ein paar Mal tief durchatmen. So einfach kann meditieren sein.

RE:FOCUS

Wenn Du Interesse daran hast, Dich mit verschiedenen Meditations- und Achtsamkeitsmethoden auseinanderzusetzen, dann komm doch einfach in eine unserer RE:FOCUS-Stunden und lass Dich von erfahrenen Meditationslehrern anleiten. Und keine Angst, RE:FOCUS bedeutet nicht, dass Du 60 Minuten lang still sitzen musst, sondern es bedeutet viel eher, dass Du verschiedene Positionen und Wege kennen lernst, mit denen Du mehr Achtsamkeit in Dein Leben bringen kannst. Neben sanften Bewegungen, entspannender Musik, freiem Schreiben hast Du viel Platz, um zu experimentieren und Deine Lieblingsmethoden zu entdecken.