Sitzen in Stille

von Doris Hartl

Foto: Unsplash Jed Adan

Foto: Unsplash Jed Adan

SITZEN IN STILLE

Viele von uns haben ein Bild im Kopf, sobald wir das Wort „Meditation“ hören. Denken im besten Fall an eine Person, die mit stoischer Gelassenheit auf so einem Kissen sitzt, die ruhig und bei sich ist – im schlimmsten Fall aber an das vermeintliche Ziel: Gedankenleere. Sofort kommt: Gedanken ja, aber Leere – never ever!

Doch im Grunde genommen ist Meditation eine Geistes- & Bewusstseinsschulung. Wie das geht? Man versucht, seinen Geist auf den gegenwärtigen Moment zu richten – auf all das, was sich dir JETZT gerade zeigt. Das können Gedanken, innere Bilder, Gefühle (Wut, Freude, Ärger, Unsicherheit etc.) aber auch körperliche Empfindungen (wie bspw. Kälte, Enge, Druck, Kribbeln etc.) sein. Einfach auf alles, was da ist.

Hier noch eine Definition:

Meditation ist ein Vorgang der bewussten Beobachtung von Geist und Körper, in der man jedes Erleben, wie es sich von Augenblick zu Augenblick gestaltet, in seinem Sosein zulässt und akzeptiert. (Jon Kabat-Zinn in „Gesund durch Meditation“)

Dabei nehmen wir (uns selbst gegenüber) eine annehmende und freundliche Haltung ein und werden zum/r eigenen BeobachterIn. Der Schlüssel ist: nicht (!) zu urteilen. Klingt (vielleicht) einfach – ist es aber (leider) nicht (immer). Warum? Weil wir ständig…

  • eine extra-Runde im Gedankenkarussell drehen (an die Arbeit oder die Einkaufsliste denken) – und daher kaum im JETZT, also im gegenwärtigen Moment sind,
  • in Bewertungsschleifen hängen – und Dinge nicht einfach annehmen oder wahrnehmen, ohne gleich zu urteilen (gut/schlecht, schön/häßlich etc.) oder
  • zu hart zu uns selbst sind, uns vergleichen („Ich kann das nicht“, „Bin nicht gut genug“, etc.) – so viel zum Thema „freundliche Haltung“.

Meditation unterstützt uns dabei, eine gesunde Beziehung zu uns selbst aufzubauen

WAS BRINGT’S?

There is research! Es gibt also unzählige Studien zu dem Thema. Hier ein „best of“ der Ergebnisse. Regelmäßige Meditationspraxis verbessert das Immunsystem, die Fähigkeit mit Stress oder belastenden Situationen umzugehen (Stichwort „Gelassenheit“); man wird wacher und aufmerksamer, handelt bewusster (und nicht aus alten, destruktiven Mustern heraus), erlebt mehr Lebensfreude und Zufriedenheit! For real!

SAME SAME – BUT DIFFERENT

Es gibt jedoch unterschiedliche Meditations-Formen (Zen, Transzendentale Meditation, Dynamische, Kundalini etc.), mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Bei „Einmal ich, bitte.“ praktizieren wir (eher – aber mit Ausnahmen) die Achtsamkeits- oder Vipassana-Meditation. Vipassana ist eine der ältesten Meditations-Formen Indiens und bedeutet – wie oben beschrieben – die „Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind“.

LUST, ES AUSZUPROBIEREN?

Dann schau‘ vorbei zu einer RE:FOCUS-Stunde oder zum Grundlagen-Workshop im Februar! Es braucht keinerlei Vorkenntnisse, nur Offenheit und Neugierde. 

 

Giulia Tamiazzo