Handy, Essen, Sex … Oder: Wie deine nächste Challenge Dich wirklich verändern kann

 Foto: Unsplash/Kelly Sikkema

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von Julia Felbar

Handy, Essen, Sex … Oder: Wie deine nächste Challenge dich wirklich verändern kann.

Jede Woche verspricht uns die Wetter-App ein klein bisschen wärmere Temperaturen. Auch die Tage werden nach und nach länger. Für viele von uns ist es an der Zeit,  einen Frühjahrsputz für Körper und Geist zu planen. Wir im RE:TREAT bringen das folgendermaßen in Ordnung: Wir machen eine neue Morgen-Yoga-Challenge ("Morning Glory III"). Wir bieten einen Suppen-Detox. Und wir meditieren mit Dir.

Und dabei entsteht ein Problem. Das Problem ist weniger, dass Detox ein neudeutsches Wort für Diät ist oder dass Yoga-Challenge ein Widerspruch in sich ist. Problematisch ist viel eher diese Herangehensweise, die uns nach erfolgreichem Detox oder Challenge wieder zurück in alte Muster kehren lässt. Wir kennen ihn alle: den Jo-Jo-Effekt. Wir kennen die beiden Seiten der gleichen Medaille: Detox und Überessen, Challenge und Couch, artifizielle Stille und ein dauernd blinkendes Smartphone. Die erste Seite wird gesellschaftlich als erwünscht angesehen und erhält deshalb von unserem Kopf das Label „Gut“. Solange wir uns nur mit diesen Labels beschäftigen, halten wir uns jedoch davon ab, herauszufinden, was wir tatsächlich fühlen und was wir wirklich, wirklich brauchen. 

Sollten wir deshalb keinen Detox, keine Yoga-Challenge und keine neuen Meditationsmöglichkeiten ausprobieren?
Nein.

Was wir aber überdenken sollten, ist unsere Herangehensweise an diese Konzepte. Wir können unsere Gedanken und Verhaltensmuster beobachten, wenn uns etwas Unangenehmes widerfährt. Eine neue Herausforderung bringt uns mit Sicherheit an diese Grenzen, auch das alltäglichen Leben bietet dafür genug Spielraum: Alles was du brauchst ist ein Moment, in dem etwas nicht nach deiner Vorstellung läuft – dort wartet die wahre Challenge. 

Was sind Deine ersten Gedanken, wenn etwas schwierig ist?

  • „Das konnte ich noch nie!“?
  • „In unserer Familie gibt man nicht auf.“?
  • „Das mach’/lerne ich irgendwann, wenn ich Lust darauf habe.“?

Wonach greifst Du als erstes, wenn es unangenehm wird?

  • Handy?
  • Essen?
  • Sex?

Versuche, erstmal nur zu beobachten.

Ein schwieriger, aber wertvoller Schritt, weil er sehr viel Aufmerksamkeit erfordert. Dann schreib es Dir auf und redigiere diese Liste während Deiner nächsten Challenge! Wenn du dich besonders wagemutig fühlst: Häng die Liste auf! Nimm sie nicht ab, wenn Besuch vorbeikommt! Versuch, Dich selbst kennenzulernen und mit deinen Gedanken und Verhaltensmustern präsent zu bleiben! Dort passiert die Veränderung!

Versuch dich selbst kennenzulernen und mit deinen Gedanken und Verhaltensmustern präsent zu bleiben! Dort passiert die Veränderung!

Giulia Tamiazzo