Mein Yoga Weg

von Elisabeth Votypka

Mein Yogaweg.jpg


Yoga? Das kannte ich nur aus meiner Zeit als Friseur-Lehrling. Meine damalige Chefin zog sich immer wieder in das kleine Büro im Salon, in dem ich gearbeitet habe, zurück und machte dort für fünf Minuten einen Kopfstand.

Erst der Verlust meiner Mutter brachte mich, ein Jahr nach ihrem Tod, auf den Yoga-Weg. So kam ich 1999 mit Ashtanga Yoga in Berührung. Ich war damals 23. Der immer gleiche Ablauf der Serie gab mir Stabilität und Struktur. Ich blieb dabei.

In meiner Ausbildung zur Sozialarbeiterin schrieb ich mein Diplom zum Thema Rituale. Rituale geben unserem Leben Struktur. Sie haben etwas Verbindendes und Magisches an sich. Das faszinierte mich schon als Kind. Und auch heute üben Rituale eine magische Anziehung auf mich aus. Vor allem solche, die uns in Form von Zyklen im Laufe des Jahreskreises begleiten. Mit der Zeit vertiefte ich mich mehr in die Beratung - junge Frauen und Mädchen zu begleiten, lag mir besonders am Herzen.  Ich nahm an verschiedenen Frauengruppen teil, die im Zyklus des Jahreskreises diverse Feste und Rituale feierten. Auf diesem Weg begegnete ich unterschiedlichen Lehrerinnen. Durch Sie erweiterte ich meine Erfahrungen und mein Wissen unter anderem in:

  • buddhistischen Meditationstechniken
  • Selbsterfahrungs-Übungen 
  • der Arbeit mit buddhistisch-weiblichen Weisheitswesen (den Dakinis)
  • Tanz nach den 5-Elementen und 
  • Qi Gong für Frauen. 

Neu war für mich der schwesterliche Kontakt mit den anderen Frauen. Zu erleben, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen, stärken und umsorgen können, war eine sehr heilsame Erfahrung. Parallel dazu praktizierte ich immer noch Ashtanga Yoga, machte ein Teacher Training und diverse Workshops. Erst durch ein Yin Yoga Teacher Training lernte ich ein ganz anderes Yoga kennen. Ein weicheres, weiblicheres.

Erst nach der Geburt meines zweiten Sohnes merkte ich, dass der ganz ursprünglich von Männern praktizierte Ashtanga Yoga-Stil nicht mehr wirklich in mein Leben passte. Mir fehlte oft die nötige Kraft für diese doch sehr fordernde Praxis. Yin Yoga half mir trotz Multitasking im Alltag einer Mama immer wieder bei mir selbst anzukommen. Es erdete und entspannte mich, half mir loszulassen und verbesserte meinen Schlaf. Hatte ich mehr Kraft und Energie, kehrte ich zu meiner Ashtanga Praxis zurück. In dieser Zeit begann ich auch mein Wissen aus dem Frauen Qi Gong, der energetischen Arbeit mit inneren Bildern, dem Tanzen und der 5-Elemente Lehre miteinander zu verbinden.

Meine eigene Heilungsarbeit brachte mich zu meiner heutigen Herzensangelegenheit: Frauen auf Ihrem Weg zu einem besseren Körpergefühl, zu mehr Selbstfürsorge und zu einem in sich verkörpert sein zu begleiten. 

Zu diesem Weg gehört auch das Anerkennen und Ernst nehmen von Gefühlen, Empfindungen und Umständen, die nicht so angenehm sind. Immer wieder mit Augenzwinkern und einem kleinen bisschen Selbstironie. Jede Frau (und jeder der seine weibliche Seite mehr kennenlernen möchte) darf sich in meinen Stunden willkommen fühlen. Ich versuche einen Raum zu schaffen, um nach innen zu spüren, sich selbst näher zu kommen und so eigene Impulse wieder besser wahrnehmen zu können. Dazu bediene ich mich Übungen aus dem Frauen Qi Gong (TaoWoman® Frauen QiGong), Visualisierungen, Buddhistische Meditationstechniken, Yin Yoga, der Arbeit mit den Meridian Bahnen und der 5-Elemente Theorie aus der TCM. Für mich sind diese Themen wie ein unendlich sprudelnder Quell, der nie aufhört und mich immer wieder fasziniert. 

Giulia Tamiazzo